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Aus "Wochenspiegel"

Pedalritter stellen fest: Radfahren macht in Zwickau keinen Spaß

Radfahren ist gesund, das jedenfalls preist Zwickau in einem Fahrradstadtplan an, der vor zwei Jahren erstmals erschienen ist. Ein Führer für so wenig vorhandene Wege, fragt sich an dieser Stelle der begeisterte Pedalritter, braucht's den wirklich? Nun, die Fahrradwegeplan-Ersteller haben ein ganz klein wenig auf den Putz gehauen: Viele verkehrsreiche Straßen wurden als mögliche Radrouten ausgezeichnet, die ein wissender Zwickauer nicht unbedingt freiwillig mit
dem Rad fahren würde.
In einer kleinen Umfrage zu diesem Thema meinten viele Pedalritter, dass das Radfahren in Zwickau keinen Spaß mache. Die meisten forderten mehr Radwege. Familie Jurich fährt zwar selten Rad, lobt aber den Radweg auf dem Muldendamm. Da sie zwei kleine Kinder hat, meidet sie eine Stadttour, auf dem Drahtesel. "Zu gefährlich" meint Herr Jurich, "denn die zwei Kleinen müssen ja auf dem Fußweg fahren und die Eltern auf der Straße".

Dafür bekam die Stadt nach Angaben eines Mitarbeiters der IG Stadtökologie schon vor einigen Jahren die "Rostige Speiche", den "Preis" für den letzten Platz in einem bundesdeutschen Fahrradfreundlichkeitsvergleich des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) verliehen.

Tobias Stiller fährt auch gerne mal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Darum wünscht er sich, dass er das Rad auch in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren kann. Aber das erlauben die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau nicht.
Bleibt einem eigentlich für eine schöne Fahrradtour im Stadtgebiet selbst nur noch der Muldendamm, ein Teilstück des Muldental-Radwanderweges. Dieser ist 37 Kilometer lang und führt von Hartenstein über Zwickau bis nach Glauchau. Neben der sportlichen Betätigung kann sich der Radler auch noch an Schautafeln über vergangene Bergbauzeiten informieren.

(ff/sale)

Muldendamm: Familie Jurich findet den Radweg entlang der Mulde schön.

Foto: Florian Freitag (Wochenspiegel)

Anmerkung des ADFC: Die Mitnahme von Fahrrädern in den Bussen und Bahnen der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau ist selbstverständlich möglich - sofern diese nicht überfüllt sind.

Für die Presse:

Der ADFC Zwickau und die IG Stadtökologie Zwickau e.V. laden herzlich ein zur Fahrradtour am Sonntag, dem 30.06.02, zum Bergbaumuseum nach Oelsnitz. Abfahrt ist 9 Uhr ab Zwickauer Georgenplatz und 9.30 Uhr ab Wilkau-Haßlau - Rathaus.

Während (fast) ganz Deutschland vor dem Fernseher sitzt, können auf den Straßen kaum Autos unterwegs sein. Das wird pures Genuss-Radeln! Und wenn die Stimmung am Kochen ist, werden wir mit dem Förderkorb unter die Erde einfahren. (Warme Jacke nicht vergessen!)
Dass auch Radfahrer etwas für Fußball übrig haben, werden wir dennoch beweisen. Während in anderen Großstädten Auto-Corsos stattfinden, können wir zu Ehren des neuen Weltmeisters klingelnd per Fahrrad-Corso durch die Zwickauer Innenstadt einrollen

Aus "Freie Presse - Zwickauer Zeitung":

03.08.1907:
Außerordentlich gute Erfolge erzielen die Mitglieder des Radfahrerklubs der Stadt Zwickau bei Wettfahrten in diesem Jahr. Dass sie auch im Kunstradfahren Meister sind, das demonstrierten sie jetzt mit ihren Vorführungen auf einer Veranstaltung im neuen Schützenhaus.

08.06.1907:
Der Zwickauer Verein der "Allgemeinen Radfahrer-Union" ist maßgeblich an der Vorbereitung des 16. Bundesfestes des Sächsischen Radfahrbundes beteiligt. Zudem wurde August Horch, der Direktor des Zwickauer Automobilwerkes, in den Ehrenausschuss des Festes gewählt.

04.06.1905:
In Zwickau findet das 14. Bundesfest des Radfahrerbundes statt. Höhepunkt ist ein Radkorso durch die Straßen der Stadt.

06.03.1904:
Im Restaurant "Johannisgarten" in Zwickau wurde ein neuer Radfahrer-Verein gegründet. Er trägt den Namen "Frisch auf". Der neue Verein hat 22 Mitglieder. Geplant für die nächste Zeit sind gemeinsame Ausfahrten in die nähere Umgebung.

19.07.1903:
Die Radfahrerabteilung des 133. Zwickauer Infanterie-Regimentes zählt 24 Mitglieder.